Teil 2: Geschäftsidee finden – eine systematische Methode

In Teil 1, wie man die eine beste Geschäfts-Idee für sich findet, die zu einem passt, wurde die Grundvoraussetzung dafür beschrieben. In diesem Artikel geht es darum, dies systematisch mit anderen zu berücksichtigenden Bestandteilen in Einklang zu bringen, da fast immer alles mit allem zusammenhängt. Es ist also komplex!

Einen Plan, was Du in welcher Priorität und Reihenfolge berücksichtigen solltest, ist daher auschlaggebend, damit Du Dich im Dickicht der Komplexitäten nicht verkämpfst.

Eine Kübernetik-Untersuchung

Vor einigen Jahren habe ich das Konzept der Kübernetik (Kybernetik üben) entwickelt, um Komplexität im Alltag strategisch behandeln zu können.

Wer diesen Ansatz für seine Entscheidungen im Privaten und Business nutzen möchte, findet hier die Anleitung und kostenfreien Tools (Canvas, Excel, Miro-Board).

In der folgenden Kübernetik – gezeichnet in einem ausgedruckten Kübernetik-Canvas – habe ich meine Sicht der Dinge veranschaulicht. Es handelt sich dabei um das Gros der wichtigsten Kriterien, welche Bestandteile eine Geschäfts-Idee benötigt. Eine, die genügend Energie hat, dass man dafür kämpfen kann – komme was wolle, zehn Jahre und mehr…

Die Kübernetik-Frage

Wie finde ich die Startup-Idee, die am besten zu mir passt?

Die wichtigsten Einfluss-Größen

Elementare Voraussetzungen die passende Geschäfts-Idee zu finden, mit weit höherer Erfolgs-Wahrscheinlichkeit, sind:

  • einen (Minderwertigkeits-)Komplex haben, annehmen und lösen wollen;
  • selbst die leidenschaftliche Zielgruppe zu sein, d.h. die Zielgruppe hat den gleichen Komplex;
  • mind. 10 weitere Buddies als potentielle Kunden persönlich sehr gut kennen;
  • Zugang und Möglichkeiten zu 10k Leuten in Communities kennen, besser zu besitzen (z.B. über bereits genutzte Verbände, als Influencer, etc.);
  • mind. 1000 Stunden im Leben schon in eine konkrete Tätigkeit investiert zu haben (z.B. Klavier spielen, Excel-Tabellen mit Macros gebaut, etc.) die in der Execution der Idee hoch relevant ist;
  • in einem Bereich, in dem es Dir egal ist, dass Du heute und in den letzten Jahren schon den 2-10 fachen Durchschnitts-Preis als Kunde/Konsument bezahlt hast. Z.B. spart mancher beim Lebensmittel-Einkauf jeden Cent, gibt dann aber für neuen BMW einfach locker 20k€ für Extras aus;
  • wo kann ich (theoretisch) zu 100% selbst liefern ohne anfangs ein Team haben zu müssen;
  • wo habe ich produktive Skills, also Fähigkeiten die ich anderen Menschen in Form eines Outputs zur Verfügung stellen kann (z.B. Schreiben, Programmieren, Singen, etc.);
  • wo habe ich einen Unfair-Advantage, z.B. einen reichen Onkel, einen Informations- oder Kompetenz-Vorteil?

Beziehungs-Map

Die dazugehörige Vernetzung in der Beziehungs-Map in folgender Grafik.

Startup-Idee

Hinweis: Es ist mir wichtig, dass eine Kübernetik nicht schön aussehen muss. Besser man macht sie schnell und dahin gekritzelt als gar nicht oder überlegt zu viel. Es geht im ersten Schritt fast immer darum, sich selbst klar zu werden, dass viele Fragestellungen komplex sind.

Ergebnis & 1. Antwort-Satz

Das Wichtigste, damit ich die passende Startup-Idee finde ist, dass ich einen Unfair-Advantage habe – z.B. einen Informations- oder/und Kompetenz-Vorteil, der meist durch einem inneren persönichen Komplex motiviert ist – und dass ich mind. 10 Buddies der Idee persönlich kenne, die sofort kaufen würden.

2. Antwort-Satz

Beginnen sollte ich mit den von mir steuerbaren Faktoren, dass ich mir klar mache, wo ich schon mal mindestens 1000h meiner Zeit im Leben investiert habe. Ebenso, welche produktiven Skills habe ich erworben, mit denen ich in der Lage bin, den relevanten Output für das Startup anfangs (!) selbst alleine zu liefern.

Fazit

In der Kombination führen die Einfluss-Größen zu Deiner Power-Geschäfts-Idee.  Diese ist auch selten kopierbar, weil sie aus Deinen persönlichen Fähigkeiten und Motivatoren entsteht.

Es kann nun sein, dass man keinen Ansatz gefunden hat, der alle Kriterien erfüllt. D.h. dass man für sich selbst erstmal keinen Unfair-Advantage kennt oder bisher nur konsumierend unterwegs war (z.B. Lesen, Filme schauen oder Gamen). Deshalb verfügt man ggf. noch über keine produktiven Fähigkeiten, die man zum Nutzen für andere Menschen, d.h. potentielle Kunden, verwenden kann. Das bedeutet aber nicht, dass ein unfairer Vorteil nicht in einigen Jahren entwickelt werden kann!

Dranbleiben!

Wer im Leben immer wieder Neues startet, dranbleibt, durch das Eingehen von Risiken besondere Kompetenzen entwickelt und neue Nischen-Zielgruppen für sich als spannende Menschen entdeckt, der wird irgendwann obige Kriterien erfüllt haben.

Es ist nur eine Frage der intensiven Arbeit, der Schlagzahl. Wer häufiger aufs Tor schießt, trifft statistisch öfter. Nur dann findet der geneigte Gründer die Startup-Idee, die mehr hat als die durchschnittliche 1% Erfolgswahrscheinlichkeit.

Die beste Idee hat man nicht, sie will entwickelt werden

Die meisten Gründer-Wannabes, die ich kenne und nie starten, entschuldigen sich selbst ständig damit, ihren Job nicht zu kündigen und noch zu warten, weil sie ja noch nicht die perfekte Idee hätten. Das ist natürlich Selbstbetrug und eine selbst gestellte Falle. Sie basiert nur auf Angst das Falsche zu machen. Falsch ist in jeden Fall, sich nicht auf den Weg zu machen, um die Idee überhaupt zu entdecken.

Manchmal braucht es auch ein gescheitertes Startup, um die Kompetenzen für das erfolgreiche Business überhaupt erwerben zu können.

Es gibt so gut wie nie eine Abkürzung zum Traumleben.

Der Pfad seine Potentiale auszuschöpfen führt über die Prüfung extremer Herausforderungen. Diese zu bestehen verleiht einem die Resilienz gegen die Widrigkeiten, denen sich Gründer täglich stellen müssen.

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